Burnout ist kein Randthema für Krisenzeiten – es ist Teil der Führungsverantwortung. Cindy Papperitz trägt mit ihren 27 Jahren bereits Verantwortung für Recruiting und Personalentwicklung – und setzt sich dafür ein, dass mentale Gesundheit kein Tabu bleibt. Was sie antreibt? Die Überzeugung, dass Prävention nicht mit Programmen beginnt, sondern mit Haltung.
Im Interview spricht sie darüber, warum Zuhören Führungsstärke ist, weshalb Pausen nichts mit Schwäche zu tun haben und wieso Gen Z mehr Leistungswillen mitbringt, als viele wahrhaben wollen. Klar, direkt und mit einer guten Portion Realitätssinn zeigt sie: Wer Menschen führt, führt auch ihre Energie. Und genau darin liegt die strategische Aufgabe gesunder (Selbst)Führung.
Das Interview erschien am 20. Februar 2026 im nature intelligence-Magazin, das Open Source-Magazin für mentale Gesundheit in digitalen Arbeitswelten.
Wer ist Cindy Papperitz?

Cindy Papperitz ist 27 Jahre alt und Teamleiterin für Recruiting und Personalentwicklung bei WERNER Companies GmbH.
In ihrem Unternehmen bietet sie unter anderem Burnout-Vorträge für Führungskräfte an, um für das Thema mentale Gesundheit zu sensibilisieren.
Zum LinkedIn-Profil von Cindy
Wer ist Cindy Papperitz persönlich, beruflich und privat?
Mein Name ist Cindy Papperitz, ich bin 27 Jahre alt, habe eine abgeschlossene Weiterbildung zur Personalfachkauffrau und arbeite aktuell als Teamleitung im Bereich Recruiting und Personalentwicklung. Beruflich schlägt mein Herz ganz klar für die Arbeit mit Menschen. Ich würde mich selbst als sehr empathisch, offen und lebensfroh beschreiben – denn „life is way too short for bad vibes“. Mir ist es wichtig, zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Besonders die Verbindung aus Recruiting und Personalentwicklung begeistert mich, weil ich Menschen nicht nur für ein Unternehmen gewinnen, sondern sie auch auf ihrem weiteren Weg begleiten und fördern kann.
Privat finde ich meinen Ausgleich auf dem Motorrad und genieße das Gefühl von Freiheit und einer gewissen Gedankenlosigkeit, einfach den Moment zu erleben und den Kopf frei zu bekommen. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich in einem Tierschutzverein, da mir Tiere – genau wie Menschen – sehr am Herzen liegen.
Du bietest Inhouse bei WERNER companies GmbH in Ergolding Burnout-Vorträge für Führungskräfte an. Wie kam es dazu und was umtreibt Dich als HR-Führungskraft dabei persönlich?
Als Führungskraft bekomme ich im Personalbereich sehr viel mit, was unsere Mitarbeitenden bewegt. Das Thema Burnout und die Prävention von Überlastung ist mir daher besonders wichtig. Ausschlaggebend für mein Engagement war ein konkretes Personalgespräch, das ich begleiten durfte. In diesem Gespräch war der Mitarbeitende bereits von Burnout betroffen und sehr offen in seiner Schilderung. Am Ende des Gesprächs sagte die Person, dass sie sich gerade auch deshalb so frei äußern konnte, weil ich dabei war. Diese Rückmeldung hat mich sehr berührt und nachhaltig motiviert, mich intensiver mit dem Thema Burnout auseinanderzusetzen und Führungskräfte dafür zu sensibilisieren. Ich möchte ein Bewusstsein für die frühzeitige Erkennung von Anzeichen schaffen und praktische Ansätze zur Prävention vermitteln. Dabei ist es mir wichtig, dass Führungskräfte lernen, offen und wertschätzend auf Mitarbeitende einzugehen und ein Umfeld zu gestalten, in dem schwierige Themen angesprochen werden können, bevor sie kritisch werden.

Es ist Dir wichtig, dass Führungskräfte als Vorbilder in Bezug auf mentale Gesundheit fungieren. Kannst Du schildern, welche Führungskompetenzen dabei besonders zum Tragen kommen und auf was Führungskräfte besonders achten sollten, aus Deiner Sicht und Erfahrung?
Für mich bedeutet Vorbild sein als Führungskraft vor allem, ein gesundes Verhalten selbst vorzuleben. Dazu gehört zum Beispiel, Pausen wirklich zu nutzen und auch nicht ständig erreichbar zu sein. Wenn Mitarbeitende sehen, dass ihre Führungskraft dauerhaft arbeitet und nie eine Auszeit nimmt, entsteht schnell der Eindruck, dass genau dieses Verhalten auch von ihnen erwartet wird. Darüber hinaus halte ich regelmäßige Gespräche für sehr wichtig: nicht nur Leistungsgespräche, sondern auch kurze, ungezwungene Gespräche zwischendurch. Dabei erfährt man oft viel über die Mitarbeitenden, ihre Motivation, mögliche Belastungen oder auch private Gründe, warum mal nicht die gewohnte Performance erreicht wird. Ein weiterer zentraler Punkt ist für mich, Wertschätzung im Alltag sichtbar zu machen und vor allem auch zu leben. Kleine Anerkennungen oder einfach mal ein Dankeschön können viel bewirken und zeigen den Mitarbeitenden, dass sie gesehen und respektiert werden.
Du bist mit erst 27 Jahren selbst schon Teamleiterin für Recruiting und Personalentwicklung. Wie wirkt die Behauptung auf Dich, dass Gen Z nicht wirklich arbeiten will und nur auf ihre Work-Life-Balance bedacht ist? Und welche Erfahrung hast Du mit diesem Vorurteil bei Dir im Unternehmen oder im Austausch mit HR-Kolleg:innen anderer Organisationen gemacht?
Diese Aussage kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich gehöre selbst zur Gen Z und würde mich eher als „Workaholic“ beschreiben. Viele aus meiner Generation wissen einfach sehr genau, was sie wollen und wie sie ihre Zeit am effizientesten einsetzen können. Das hat rein gar nichts damit zu tun, dass wir nicht arbeiten wollen!
Wer Gen Z pauschal als „wenig arbeitswillig“ einordnet, verkennt schlicht die Realität und das Potenzial unserer Generation.
Cinty Papperitz
Für uns ist es vielmehr wichtig, dass unsere Arbeit sinnvoll und sinnstiftend ist. Aus meiner Erfahrung im Unternehmen und im Austausch mit HR-Kolleg:innen anderer Organisationen kann ich sagen, dass dieses Vorurteil schlichtweg nicht zutrifft. Gen Z bringt Engagement, Kreativität und Motivation mit, wenn sie die Möglichkeit haben, ihre Stärken einzubringen und einen echten Beitrag zu leisten. Wer uns pauschal als „wenig arbeitswillig“ einordnet, verkennt schlicht die Realität und das Potenzial unserer Generation.
Bleib auf dem Laufenden mit dem nature intelligence-Newsletter
Was möchtest Du unseren Leserinnen und Lesern noch mitgeben?
Das Thema Burnout sollte offen und ohne Tabu angesprochen werden. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern entsteht oft bei engagierten und leistungsbereiten Mitarbeitenden – etwas, wofür man sich keinesfalls schämen muss. Wichtig ist, frühzeitig auf eigene Anzeichen zu achten und sich Pausen zu gönnen. Führungskräfte tragen dabei Verantwortung, ein sicheres Umfeld zu schaffen, in dem Prävention ebenso selbstverständlich ist wie Leistungsförderung. Denn nur wer gut auf sich achtet, kann langfristig engagiert, motiviert und gesund arbeiten. Der Philosoph Arthur Schoppenhauer bringt es eigentlich ganz gut auf den Punkt: „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“
Die WERNER Companies GmbH
Die WERNER companies GmbH ist ein inhabergeführtes Dienstleistungsunternehmen mit über 40 Jahren Erfahrung und mehr als 2.500 Mitarbeitenden. Mit einem breiten Portfolio im Full Facility Management bieten wir flexible, maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden an. Unsere Werte – der Held, der Anker, der Fürsorgliche und der Entdecker – prägen den Umgang mit Kunden und Mitarbeitenden: Wir unterstützen, halten zusammen, kümmern uns und gehen mutig neue Wege. Denn genau das ist der WERNER Spirit!
Stellenangebote: www.werner-companies.de/karriere/stellenangebote
Instagram: @wernercompanies


